HP Azubine Administrator

Anmeldungsdatum: 02.08.2006 Beiträge: 28

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Verfasst am: 29 Sep 2006 14:28 Titel: Gicht |
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Eine Stoffwechselerkrankung, die mit einem ständig erhöhten Harnsäurespiegel im Blut einhergeht.
Ab einem dauernd erhöhten Wert über 7 mg% spricht man von der Hyperurikämie - der GICHT.
Harnsäure entsteht beim Abbau von Zellkernen.
Wenn in der Leber Zellkerne geknackt werden, fallen PURINstoffe an.
Diese müssen in Harnsäure überführt werden, damit sie für die Niere ausscheidungsfähig sind.
Bei Patienten mit Gicht besteht eine positive Harbsäurebilanz, d.h. es wird mehr Harnsäure gebildet, als über die Niere ausgeschieden.
Deshalb ist der Harnsäurespiegel im Blut erhöht.
Ursachen:
Primär
Genetisch bedingt (renale Ausscheidungsstörung von Harnsäure);
vermehrte Harnsäurebildung aufgrund einer erblichen Konstitution.
Auslösende Faktoren:
Reichhaltige Mahlzeiten
Alkohol
Kaffee
körperliche Anstrengung
Unterkühlung
Sekundär:
Gesteigerter Zelluntergang (Polyzythämie, Leukämie, Tumore, Zytostatika), Nierenfunktionsstörungen.
Mit der Zeit kommt es zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen, vor allem in Gelenken, Gewebe und den Nieren (Steinbildung).
Männer sind wesentlich häufiger betroffen als Frauen.
Eine wichtige Rolle spielt die ERNÄHRUNG!Gicht ist hauptsächlich eine Wohlstandserkrankung ...
Die Patienten sind i.d.R.
übergewichtig,
haben andere chron. Erkrankungen( Diabetes, Hypertonus, Hypercholesterinämie),
ernähren sich falsch und
trinken gern mal ein Gläschen zu viel.
In erster Linie gilt es, das Körpergewicht des P. zu normalisieren. Nahrungsmittel, die purinreich sind, enthalten meistens auch viel Fett, hier kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Purine sind Zellkernbestandteile, also sind alle Nahrungsmittel, die wenig Purine pro Volumeneinheit enthalten, erlaubt.
Gemieden werden sollte:
Innereien (Leber, Niere)
Brühwürfel
Fettes Schweinefleisch & Wurst
Fette Fische (Heringe, Räucherfisch)
Hummer, Muscheln
Hülsenfrüchte (weiße Bohnen)
Spinat, Spargel, Pilze in größeren Mengen
Geflügel oder WIld
Den neidrigsten Puringehalt haben:
Milchprodukte
Nudeln
Kartoffeln
Alkohol hemmt die Ausscheidung der Harnsäure über die Niere und erhöht somit die Harnsäurekozentration im Plasma.
Die Gicht lässt sich in drei klinische Verläufe einteilen:
1. DIE LATENTE GICHT
Hier hat der Patient KEINE Symptome, allerdings ist im Blut eine Hyperurikämie feststellbar.
Auch hier lagern sich ab einer Erhöhung der Harnsäure über 7 mg% bereits Harnsäurekristalle auf Sehnen und Knorpel ab.
Die latente Gicht ist behandlungsbedürftig.
2. DIE AKUTE GICHTANFALL
So in etwa dürfte unser Patien dann ausschauen
Pathophysiologisch stellt der Gichtanfall eine Monoarthritis dar, es ist also EIN Gelenk betroffen.
Typischer Beginn am GroßzehenGRUNDgelenk, meist nachts oder frühmorgens.
Rötung - (RUBOR)
Überwärmung - (CALOR)
Schwellung - (TUMOR)
heftige Schmerzen - (DOLOR)
Daneben kommt es zu
Fieber
beschleunigter BKS
Leukozytose nachweisbar
starkes Krankheitsgefühl
Unbehandelt kann solche in Anfall Tage bis Wochen andauern!
Am Großzehengrundgelenk nennt man en Gichtanfall PODAGRA,
am Kniegelenk GONAGRA.
Im Anfall ist das Mittel der Wahl COLCHICIN (verschreibungspflichtig).
ACHTUNG - Der Harnsäurewert kann im akuten Anfall auch im Normbereich liegen!
3. DIE CHRONISCHE GICHT
Hier kommt es nicht zu einem Anfall, sondern zu sichtbaren Ablagerungen der Harnsäurekristalle im Gewebe.
Diese Ablagerungen stören rein kosmetisch und sind schmerzlos TOPHI.
Sie treten gerne am Ohr oder im Gewebe der Fingergelenke auf.
Bei der chronischen Gicht kann sich im weiteren Verlauf eine Nierenbeteiligung einstellen, es kommt gehäuft zu Harnsäuresteinen.
Ein Gichtpatient sollte KEINE FASTENKUR machen, durch den erhöhten Zelluntergang käme es zu einem Anstieg der Purinstoffe. Der P. muss sein Gewicht LANGSAM reduzieren.
Diagnose: Hyperurikämie (>6,4 mg/dl)
Komplikationen: Gichtnephropathie, Nephrolithiasis, Iritis, Gelenkdeformation, arterielle Hypertonie.
Therapie: Feuchte, kalte Umschläge, schonende Diät, Verzicht auf Alkohol, Ruhigstellung, im Anfall Colchicin, Antiphlogistika, ect. Cortison, Dauerbehandlung mit Alopurinol. _________________
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